Sonntag, 26. Juli 2009

Ich fahr dahin, wenn es muss sein!

Danke danke danke Euch allen für diesen schönen Abend! Es war wirklich ein schöner Abschied, den wir gestern Abend in der Taberna zusammen gefeiert haben. Viel Wehmut, noch mehr Wermut (wer hätte gedacht, dass Martini nur 1,50 kostet...), ein sich unter der Last der Speisen biegender Buffettisch und ganz viele liebe Freunde. Zwischendurch fand ich es erstaunlich, dass ich mich noch auf den Beinen halten konnte, so viel Kurze mir ausgegeben wurden (und Martinis, die ich selbst noch getrunken habe), aber ich hätte mir ja eigentlich denken können, dass mit mir alle mal einen trinken wollen. Vielen Dank auch für die lieben Geschenke, Andenken und musikalischen Wünsche (der Brahms läuft heute bei mir hoch und runter).
Schade ist bei so einer Feier als Gastgeber natürlich immer, dass man sich aufteilen muss und gar nicht genug Zeit für alle hat. Ich hoffe, es hat sich trotzdem niemand vernachlässigt gefühlt?!?Morgen sind es also noch genau 14 Tage in Deutschland. Ganz schön wenig Zeit für so viele Dinge die ich noch erleben, Menschen die ich treffen und Lieder die ich singen möchte. Meine Wohnung leert sich auch immer mehr, reichlich Kisten mit Büchern und Ordnern sind inzwischen im Keller und in Roxheim. Ich bin ja froh, dass Bara bei mir einzieht und das alles so unkompliziert macht mit meinem Zimmer. Trotzdem gibt es natürlich viel zu tun.
Was mir langsam ein klein wenig Bauchschmerzen bereitet ist die Tatsache, dass ich noch nichts von meiner Gastfamilie gehört habe. So langsam wüsste ich schon gerne, wie ich dort lebe. Daher werde ich wohl nachher mal meinem Betreuer an der CCS (Christian Community School) schreiben und fragen, wie der Stand der Dinge ist. Sehr gefreut habe ich mich andererseits über eine Mail von Karen, der Deutschlehrerin an der CCS, die mir geschrieben hat, was die Kids so für einen Stand haben. So wie ich das verstanden habe, können sie jedenfalls nicht viel. Das zu ändern ist dann ja aber meine Aufgabe.

Mittwoch, 15. Juli 2009

Im Limbus

Kennt ihr das Gefühl, nur so rumzuhängen? Was mich momentan an den Vorbereitungen auf die Staaten am meisten nervt, ist das Gefühl, dass alles Mögliche nur zu Ende geht, aber nichts neues beginnt. Als kleines Beispiel: Letztens habe ich im real,- (Einmal hin, alles drin!) tolle Vorhänge von Tchibo gesehen, aber es hätte sich natürlich nicht gelohnt sie zu kaufen. Auch weitere Noten gibts keine, ich kann ja sowieso nur ein paar kilo Gepäck mitnehmen und muss mir meinen Kofferinhalt sehr genau einteilen.
So laufen also irgendwie alle Projekte und Beschäftigungen aus, und es ergibt sich nichts neues. Ich hänge also immer mehr rum. Nicht, dass ich mit den Vorbereitungen nicht auch schon genug zu tun hätte, aber die fixen Termine fehlen mir. So ist das Semester für mich so gut wie gelaufen (ich muss noch genau zwei mal an die Uni), das Musical läuft nicht mehr und die Treffen werden leider spärlicher, der CollMus-Chor hat Sommerpause und seit gestern Abend ist auch endlich mein HiWi-Job zu Ende.
Nicht, dass ich nicht gerne fürs Collegium Musicum gearbeitet hätte, aber die Organisation des Vortragsabends der gestern stattfand, war wirklich aufwändig, die Tage im Büro stressig. Jetzt muss ich nur noch den lieben Ed als Nachfolger einarbeiten, dann kann ich meinen Schlüssel abgeben und das Kapitel ist vorerst beendet. Was dann passiert wenn ich zurückkomme, weiß ich jetzt noch nicht, aber Prof. Daus hat mir schon in Aussicht gestellt dass ich "jedertfeit für daf Collegium Muficum arbeiten" kann.
Insgesamt sind es nicht mal mehr 4 Wochen bis zu meiner Abreise. Ganz schön wenig Zeit für ganz schön viele Dinge, die ich noch tun will, Leute, die ich noch mal treffen möchte. Immerhin zeichnet sich der Aufenthalt bei meinem Großcousin in West Milford, NJ, wo ich 10 Tage verbringen werde bevor ich nach Ohio weiterreise langsam etwas konkreter ab. Ich werde auf jeden Fall noch mal nach New York City fahren, Liberty Island besuchen und eine Broadway-Show sehen (Momentan ist Next to Normal ganz hoch im Kurs). Außerdem werde ich mit Harald auf dem Delaware River Kanu fahren gehen und die umliegenden Nationalparks besuchen. Ein Besuch in Philadelphia ist auch schon eingeplant. Darüber werde ich dann Mitte August auch ausführlich hier berichten.

Dienstag, 7. Juli 2009

5 Wochen

Während langsam aber sicher der Abflug näher rückt, gibt es immer wieder Abschiede zu feiern. Am Freitag wurde das letzte mal für ein Jahr mit Boomerang gegrillt, am Sonntag das letzte Collegium-Musicum-Konzert gesungen und die Jungs von der EuropaChorAkademie verabschiedet. So wird das wohl in den kommenden 5 Wochen, den letzten fünf in Deutschland für eine lange Zeit, weitergehen. Natürlich darf auch eine ordentliche Abschiedsparty nicht fehlen, aber da unsere Wohnung begrenzte Kapazitäten hat und im August schon viele in den Sommerferien sein werden, werde ich meinen offiziellen Abschied aus Mainz sowohl vorziehen (auf Samstag, den 25.7.), als auch in der Taberna steigen lassen.
Bis dahin gibt es natürlich noch einiges zu organisieren, aber immerhin ist mit dem Visum und der Korrespondenz mit dem Amity Institute der größte Verwaltungskram erledigt. Es ist unglaublich, durch welchen Wust an Dokumenten, Gebühren, Formularen und Nachweisen man sich kämpfen muss, um in die USA einzureisen. Vor allem wenn man bedenkt, wie einfach es dann letztlich war im Konsulat das Visum zu erhalten. Much ado about nothing...
In diesem Blog möchte ich euch alle gerne teilhaben lassen an meinem Abenteuer Amerika, meinem Jahr als Assistenzlehrer in Grafton, Ohio. Noch mal zur Rekapitulation: Ab dem 10. August werde ich an einer christlichen Privatschule in der Nähe von Cleveland mit Jahrgängen von maximal 20 Schülern Deutsch unterrichten. So richtig weiß ich noch nicht, was auf mich zukommt, wie ich unterkomme, wie der Unterricht dort läuft, auf welchem Stand die Schüler sind, was von mir erwartet wird, aber ich bin sicher, dass es für mein Berufsziel Rockstar Lehrer eine unglaublich wertvolle Erfahrung sein wird, auch wenn ich mir momentan noch überhaupt nicht vorstellen kann, Deutschland und alles was ich mir hier aufgebaut habe, vorübergehend hinter mir zu lassen.