Zuallererst möchte ich mich entschuldigen, und zwar bei Kathi. Ich schulde ihr noch eine Antwort auf die Mail die sie mir letzte Woche netterweise geschrieben hat, aber ich habe mich jetzt heute Abend fürs bloggen geschrieben. Ich hoffe, es is auch so recht. Antwort kommt dann hoffentlich am Wochenende. :)
Richtig viel Neues gibt es von mir allerdings nicht, aber da ich schon wieder seit 10 Tagen nicht gepostet habe wollte ich mal wieder von mir hören lassen. Das Schuljahr rast dem Ende entgegen und ich hab alle Hände voll zu tun meine Noten fertig zu bekommen und die Abschlussklausuren (Finals, jeder Schüler schreibt ne Abschlussklausur über das ganze Jahr die 1/4 der Gesamtnote zählt) aufzusetzen. Und obwohl das Unterrichten an sich auch immer noch Spaß macht könnte ich auf diesen Kram grade echt verzichten. Naja, muss eben sein und bald habe ich auch diesen Teil meiner Arbeit hinter mir. Für unsere Abschlussklasse ist morgen schon der letzte Schultag und obwohl die Jungs und Mädels auch noch mal offiziell verabschiedet werden, wird es sicher ein emotionaler Tag an der Schule, auch weil ich mit ein paar Schülern inzwischen richtig gut befreundet bin. Danach bleiben dann noch 4 Tage nächste Woche und 3 Tage Finals die Woche darauf und alles ist vorbei. Da dann auch meine Fitnessstudiomitgliedschaft vorbei ist, versuche ich momentan so oft wie ich kann trainieren zu gehen und habe es letzte Woche auch immerhin fünf mal geschafft, woooot! Wehe ich finde in Deutschland nicht was adäquates um weiterzumachen! ;)
Am Wochenende war dann aber ausnahmsweise auch mal wieder das Kontrastprogramm angesagt: Pizza!!! Gegessen hab ich sie aber nicht, nur mal gekostet, aber gebacken habe ich fleißig. Freunde von der Schule die eine große Gärtnerei führen, luden ihre Kunden und Freunde zum Tag der offenen Tür ein, und Onkel Bob und sein Freund Walt grillten Pizza und ich wurde als Helfer eingespannt. Und ja, wir grillten Pizza, also auf dem Grill. Wer das noch nicht ausprobiert hat sollte es unbedingt mal versuchen oder eben warten bis ich wieder da bin, dann mach ich das auch mal für euch. Als Belag gab es verschiedene Köstlichkeiten, unter anderem Pilze mit Schinken und Trüffelöl, Pesto und Rucola ("Wenn Unkraut aus dem Ausland kommt hats Glück gehabt") und all so was. Da ich mich scheinbar mit dem Teig am Anfang geschickt angestellt habe, verbrachte ich dann den ganzen Tag damit Teig auszurollen und Pizza zu belegen. So gingen dann 35 der 36 gegrillten Pizzas auf mein Konto. Vielleicht sollte ich über eine Karriere im Pizza-Business nachdenken... Ernsthaft, irgendwie muss ich meine Miete ja zahlen! Damit übrigens auch Glückwunsch an meine Mainzer Freunde von der Musical Inc., die Rent-Premieren waren toll, ich hab Videos gesehen und ich freue mich für euch und mit euch über viele tolle und gut besetzte Aufführungen.
Diese Woche begann mit einer Zitterpartie. Das Frühlingskonzert des Schulchores stand an, im Vorfeld hatte es da aber ziemliche Probleme gegeben. Ken, unser Chorleiter war nämlich die letzten 5 Wochen nicht mehr da gewesen. Sein Bruder in Boston ist wohl schwer krank und da musste er dort sein, hat außerdem noch einen Job und so war Woche für Woche unklar, was der Chor denn machen sollte. Ich wurde dann ins Boot geholt und habe Ken vertreten, aber auch wirklich mehr schlecht als recht, da niemand wusste für wie lange, ich die Lieder nicht kannte, niemand für den Sound zuständig war, Ken unerreichbar war und sowieso keiner nen Plan hatte. Letzte Woche war Ken dann aber endlich wieder da und hat das Szepter wieder in die Hand genommen. Fast ein bißchen schade, denn inzwischen hatte ich an der Chorleitung wirklich Gefallen gefunden, aber natürlich stand es ihm dann am Montag zu die Kids zu dirigieren. Für all dieses Chaos hat es wirklich super geklappt und mein Lieblingsmoment war wohl, als die Kindergartenkinder "Awesome God" gesungen haben. Cute as buttons! =)

Am Mittwoch hatte ich dann nur einen halben Tag Schule und fuhr nach Columbus zur Hochzeit meiner Großcousine Judy. Diesmal auch tatsächlich meine Verwandtschaft (pälzisch!) und nicht die Gastfamilie. Zur Erklärung: Tante Doris, die Schwester meines Opas, hat einen US-Soldaten geheiratet und ist letztendlich in Idaho gelandet (wo ich sie im Juni besuche). Sie hat drei Kinder: Harald, der mit Frances und Deirdre in New Jersey lebt und den ich im August besuchte. Judy, die eigentlich lange in Idaho wohnte aber nun eben ihren Mann in Columbus, OH kennengelernt hat und Gary, der noch in Idaho wohnt und den ich auch im Juni sehen werde. Ich habe mich diesem Teil meiner Familie, obwohl wir uns wenig kannten, schon immer sehr verbunden gefühlt. Zwischen Tante Doris und meinem Dad liegen nur gute 10 Jahre Altersunterschied und er lebte einen Teil seiner Jugend mit Doris bei seiner Oma. Doris und mein Dad sind also fast wie Geschwister aufgewachsen und ich fühle mich ihr sehr verbunden. Als ich 16 war, war mein großer Traum immer Doris mal in Idaho zu besuchen und bei ihr im Hotel für einen Sommer zu arbeiten. Dazu kam es nie, aber in gut zwei Wochen wird zumindest der Besuch Realität. Judy, die ja heiratete hatte außerdem eine spezielle Connection zu meiner Uroma, die ich auch noch viele Jahre kennen- und lieben lernen durfte. Ich war ziemlich überrascht als ich Judys Haus am Mittwoch betrat und alte Bilder und Bibelverse wiederentdeckte die bei Oma Hilde in der Küche hingen. Daran hingen viele Emotionen und so hatten Judy und ich gleich irgendwie eine Verbindung obwohl wir uns zuvor nur ein mal begegnet waren. Genug nun aber zu den Familiengeschichten und zur Hochzeit selbst... Gefeiert wurde "casual", also ohne viel tam tam (David trug beige Hosen und ein Polohemd) nur im engsten Kreis. Tante Doris kam aus Idaho, Judys beide Kinder waren da und ich eben. Das war es auf ihrer Seite mit Gästen. David der aus Columbus stammt hatte ein paar mehr da, aber mehr als 15 waren wir insgesamt wohl nicht. War auch ganz nett so, so konnte ich Judys lieben Schwager und Schwägerin besser kennenlernen und viel mit ihren Kindern (also meinen Großgroßcousinen?!) quatschen die ich immer bei Oma Hilde auf Bilder gesehen habe, aber nie zuvor getroffen hatte. Es war also ein schöner Abend und ich hatte meinen Spaß. Leider war aber das Essen eher untypisch für eine Hochzeit. Es gab Pizza und Tortilla-Wraps, ein Alptraum für Atkins-Esser wie mich. Ganz so unhöflich wollte ich dann aber auch nicht sein, also aß ich natürlich mit und machte auch vor der Hochzeitstorte nicht halt. Daran habe ich mental jetzt erst mal zu arbeiten und bin dann gleich heute wieder ins Fitnessstudio gerannt. Aber genug von

Fitness und Essen. Auf den beiden Bildern seht ihr zunächst mich mit Tante Doris und dann Judy mit David und ihren beiden Kindern. Die Nacht verbrachte ich dann auch noch in Columbus und heute morgen ging es um 7 schon wieder zurück nach Cleveland, so dass ich dann rechtzeitig zur dritten Stunde in der Schule einlief. Dann ging es also wieder los mit Finals, Klassenarbeiten, Noten, Abschlussberichten und Emails, womit sich der Kreis nun auch wieder schließt... Und wenn ich nächste Woche wieder schreibe ist schon Juni und die Schule so gut wie vorbei. Bis dahin viele liebe Grüße und God Bless! :)