Die Letzte Woche stand jedenfalls ganz im Zeichen des Chores, 3 Proben und ein Konzert füllten den Terminkalender ganz gut, viel mehr als die üblichen Volleyball-Spiele und Schule passte da dann nicht mehr rein. Die Proben und das Konzert waren dafür ein besonderes Highlight. Am Mittwoch probten wir das erste mal mit Franz Welser-Möst, dem Musikdirektor des Cleveland Orchestras. Aus Wien stammend versuchte er nun also den Amerikanern einen österreichichen Akzent anzutrainieren. Im Ernst, seine Arbeit am Werk war großartig und als Muttersprachler ist er einfach noch mal besser geeignet einem Text wie dem von Schiller eine gewisse Richtung zu vermitteln. Freitag war dann die erste Probe mit dem Orchester. Mannomann, es war noch besser als ich erwartet hatte. Während die Bläser in Chicago besonders herausstechen, haben in Cleveland die Streicher Weltruf. Das ermutigte Welser-Möst dann, eine besonders rasante Version des vierten Satzes der neunten Sinfonie zu dirigieren. Unglaublich, wie schnell und dennoch perfekt die Streicher dann den Läufen folgten ohne dabei gehetzt zu wirken oder an Ausdruck zu verlieren. Die Konzerthalle selbst, Severance Hall, ist der reinste Augenschmauß und bietet Platz für 2100 Zuschauer.
Das Konzert am Samstag fand dann auch vor eben so vielen statt, die Ticketpreise begannen bei
Am Sonntag war dann (nach der Kirche) mal wieder eine Schulveranstaltung: Burger Bash & Pie Auction. Veranstaltet von den Seniors (also der Abschlussklasse 2010) zur Finanzierung ihres Abschlussballes und solchen Sachen wurden mal wieder Kuchen und Pies versteigert (Opi kaufte gleich 4 (!), Höchstgebot für einen einzelnen Kuchen: 240$), sowie Burger verkauft. Wie immer war ich hinter dem Grill zu finden und half fleißig beim "Burger-flippen" mit. Langsam wiederholen sich die CCS-Events dann aber doch, bei 170 Schülern sind es immer wieder die gleichen Schüler und Eltern die einem begegnen.
In der Schule geht alles seinen Gang, ich komme gut im Textbuch voran, mache nebenher Projekte mit den Kids, schreibe wöchentlich Vokabeltests und habe heute die erste Klassenarbeit geschrieben (Schnitt: 2,4). Ich hab das Gefühl, dass die Schüler mich zugleich mögen aber auch als Autoritätsperson akzeptieren (wobei ich wohl die lautesten Klassen auf dem Flur habe, die anderen Lehrer sind wohl noch mal ne Nummer strenger ;) ).
Das Wetter wird hier langsam recht ungemütlich, es windet stark und regnet immer wieder, die Sonne kommt nicht mehr freiwillig heraus. Dafür war ja aber der Rest des Monats noch richtig schön, also will ich mich mal nicht beschweren. Was steht nun also im Oktober an? Zunächst mal weitere Klassenarbeiten, sowie Unterrichtseinheiten zum Tag der deutschen Einheit und den Bundestagswahlen. Das wird zwar viel Arbeit, aber ich glaube so wichtige Ereignisse gehören zum Unterricht dazu und sind es wert, hier gewürdigt zu werden. In 10 Tagen treffe ich dann Flo aus Mainz an den Niagarafällen, ich habe uns ein nettes Bed & Breakfast gebucht, einen Tag Urlaub bekommen und einen Freizeitpass besorgt. Jetzt ist nur noch auf gutes Wetter zu hoffen und dann wird das sicher ein tolles Wochenende. Danach geht es dann mit dem Orchester und Chor weiter mit Brahms Requiem, sowie dem CCS-Herbstbankett bei dem ich solo singen muss. Auch im Schulgottesdienst hat man mich nun eingespannt, am kommenden Dienstag gestalte ich den zum ersten mal musikalisch. Neben einem deutschen Lied habe ich mich für einen derüblichen Songs hier entschieden, den ich auch schon hinbekommen dürfte. Wer das mal hören will, sollte diesen Link klicken! Auf kurze Sicht geht es heute mit 3 meiner älteren Cousinen in die letzte Woche in Amerika angelaufene Neuauflage von Fame und vorher wohl zum Italiener oder so was zum Abendessen. Freu mich drauf und hoffe weiterhin so viel von euch zu hören wie bisher. Die letzten beiden Wochen waren bei mir zeitlich eher knapp, aber wie immer werde ich jede liebe Mail aus der Heimat ebenso lieb beantworten! Um nun mit den Worten meines lieben Freundes Sebastian zu schließen: "Forte macht eben glücklich!"