Mittwoch, 17. März 2010

Oh Dannyboy!

Happy St. Patrick's Day everyone! Hier in den Staaten wo Herkunft ja bekanntlich groß geschrieben wird feiern heute alle Iren und jeder sonstige Feierwillige den Feiertag zu Ehren des irischen Schutzpatrons Saint Patrick. An der Schule trägt heute also jeder grün, in der Stadt gibt es eine Parade und Trinkgelage (an dem ich aber nicht teilnehme) und sowieso ist heute jeder so irisch wie es geht! Schon am Samstag gab es zur Einstimmung ein "Irish Potluck" an der Schule. Dabei hat Potluck nichts mit dem sagenhaften Kessel voll Gold zu tun, sondern mit dem Glück dass man haben muss dass einem schmeckt, was andere mitbringen, denn jeder bringt einen Topf Essen mit. Dazu gab es irisches Entertainment und natürlich wurde ich gefragt ob ich was zum Besten geben könnte. Neben dem eher traditionellen "Danny Boy" habe ich es mir aber auch nicht nehmen lassen ein Stück von der irisch-amerikanischen Punkband "Flogging Molly" zu singen: What's Left of the Flag. Das könnt ihr hier sehen und hören und ja, ich bin der Typ in grün mit dem roten langen Bart...


Bis zuletzt stand das Ganze aber für mich etwas auf der Kippe, denn schon direkt nach Washington ging es meiner Stimme nicht allzu gut, mich plagten Husten, Schnupfen, Heiserkeit, und Auswurf in allen Farben des Regenbogens. Irgendwie hab ich mich dann aber doch durch die Woche geschleppt, am Wochenende gesungen, am Montag war dann aber endlich Schluss und ich hing wie ein nasser Sack in der Schule rum. Dort hielt ich es dann aber nicht mehr lange aus und fuhr noch vor der Mittagspause zum Arzt, der eine Bronchitis diagnostizierte und Bettruhe und ein Antibiotikum verschrieb. Das kam mir ganz entgegen, auf Schule konnte ich am Dienstag wirklich gut verzichten. Heute bin ich jetzt aber schon wieder zurück, die Medikamente schlagen super an und ich fühle mich schon wesentlich besser.
Meinem Wohlbefinden hat es natürlich letzte Woche dann auch nicht geholfen dass ja wie berichtet die Softballsaison begonnen hat und ich als Assistenztrainer natürlich bei allen Trainings war, 4 an der Zahl letzte Woche. Auf jeden Fall hat es aber trotz allem Spaß gemacht, auch wenn ich mich erst mal reihenweise blamiert hab, weil ich anfangs weder einen Ball treffen oder fangen konnte. Das ist auch wirklich nicht so einfach mit dem entsprechenden Handschuh, rückhändig und was weiß ich. Inzwischen geht es aber und ich lasse nicht mehr allzu viele Bälle fallen. Softball ist im Endeffekt wie Baseball, aber da das den meisten in Deutschland vom Spiel her ja auch nicht so viel weiter hilft hier eine kleine Einführung.
Abwechselnd sind die beiden Teams entweder im Angriff (Offense) oder Verteidigung (Defense). In der Offense ist erst mal nur ein Spieler auf dem Feld, der Batter der den Ball mit dem Schläger treffen muss. Schlägt er den Ball so, dass er nicht gefangen werden kann, kann er zur ersten, zweiten, dritten oder gar vierten Base rennen und so Punkte für das Team machen. Dann kommt der nächste Batter an die Reihe und die Offense kann so lange schlagen und rennen bis die Defense drei mal den Ball gefangen hat oder am Ball vorbei geschlagen wurde. Auf der anderen Seite muss die Defense zunächst den Ball werfen (Pitching) und dann fangen bzw. auflesen und zu den Bases werfen um die rennende Offense aufzuhalten. Gar nicht so schwer im Prinzip, aber mit zahlreichen Fallen und Sonderregelungen versehen, inzwischen habe ich aber einen ganz guten Einblick. Im Training selbst bin ich meistens im Balltunnel wo die Batter trainieren. Da bedien ich die Maschine und feile inzwischen auch ein wenig an der Technik. Ansonsten trainiere ich meistens einfach mit um selbst ins Spiel reinzukommen und helfe wo es nötig ist.
Außer Krankheit und Softball gibt es sonst nicht viel Neues, Omi und Opi sind immer noch beide in Florida und ich hüte alleine das Haus, meine Ernährung ohne Zucker und andere Kohelnhydrate klappt super und ich habe nach freundlicher Erinnerung von Opa Ehrenfried tatsächlich ernsthaft mit der Recherche für meine Examensarbeit begonnen.
Dazu habe ich begonnen meinen Urlaub in den Sommerferien zu planen. Zwischen Schulende am 10.6. und meinem Rückflug am 1.7. habe ich ja ein paar Wochen Zeit und der Plan ist, meine Großtante in Idaho zu besuchen und ein paar andere Ziele anzusteuern. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten. Vielleicht könnt ihr mir ja einen Kommentar hinterlassen was ihr davon haltet. Ich bin selbst etwas unentschlossen...
Variante 1: Ich fliege nach Spokane (Washington State, aber an der Grenze zu Idaho), besuche meine Tante für eine Woche. Von dort fliege ich nach San Francisco und verbringe ein paar Tage. Dann miete ich ein Auto und fahre an der California State Route 1 nach Los Angeles, immer an der Küste entlang. Von LA fliege ich dann nach Cleveland zurück.
Variante 2: Ich fliege wie gehabt nach Spokane zu meiner Tante, fahre von dort aber mit einem Mietwagen nach Seattle, wo ich den Olympic National Park mit Pazifikstränden, Regenwald und Gletschern besuche. Von dort dann Flug nach San Francisco und nach ein paar Tagen zurück nach Cleveland.
Im Endeffekt fällt also die Entscheidung zwischen dem Nationalpark und Seattle oder dem Road Trip an der Westküste und Seattle. Finanziell kommts in etwa aufs Gleiche hinaus, die Flüge kosten jeweils um die $500, nur der Mietwagen von SF nach LA wäre erheblich teurer als von Spokane nach Seattle. Von der Unterkunft habe ich wohl echt Glück und kann mich wahrscheinlich auf Bekannte und Freunde aus Deutschland oder der Familie hier verlassen. Mal sehen, ein paar wissen noch nichts davon und ich habe mich ja noch nicht entschieden. Vielleicht könnt ihr mir ja nun dabei helfen und mir eine Mail mit eurer Preferenz oder Tipp schreiben oder einen Kommentar hinterlassen.
Diese Woche versuche ich nun aber erst mal noch Klassenarbeiten mit allen zu schreiben und mich mental auf Florida vorzubereiten. Immerhin sieht es so aus als sollte der März (ungewöhnlicherweise) komplett schneefrei bleiben. Davor hatten wir aber ja wahrlich schon genug... Das soll es fürs Erste nun gewesen sein, ich hoffe auf euer Feedback und melde mich vor Florida noch mal mit dem Neuesten aus Cleveland.

4 Kommentare:

  1. :-D meine Routenpräferenz kennst du ja... obwohl es natürlich auch sehr interessant wäre dich mit rotem Bart vor den Hollywood Hills zu sehen :-D

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  2. Kann nich aus eigener Erfahrung sprechen, aber hab gehört, dass LA scheiße und ein Dreckloch wäre. Meine Entscheidung würde also vermutlich auf Seattle fallen.
    Liebe Grüße Benni

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  3. Ich bin selbst schon in LA gewesen und bestätige den Eindruck. ;-)
    Vor allem war ich auch direkt davor in San Francisco. Eine wunderschöne Stadt, wirkt fast wie ein zu groß geratenes Dorf. Dagegen ist LA einfach nur eine "typische" (aka "Klischee-")Großstadt mit Hochhäusern und dreckigen Straßen nebst romantischer Polizeisirenen-Nachtkulisse vor dem Hotel...
    Hollywood ist auch einigermaßen anti-toll, einfach genauso dreckig wie der Rest der Stadt, und der Walk of Fame ist ein Witz.
    Insofern: Bleib länger in SF oder fahr nach Seattle, da kanns nur schöner sein :-D

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  4. Geil! Bestes Lied von den Mollies!!!

    Zur Route kann ich nur genau das gleiche wie Thomas sagen. LA ist für ne Stadtbesichtigung verdammt langweilig und häßlich. Zum Leben ist das vielleicht anders, aber Urlaub machen kannste in den Nationalparks und vor allem in FRISCO (!!!!!!) viel besser. Frisco ist eineder schönsten Städte, die ich bisher gesehen hab. Ein Ausflug auf Alcatraz lohnt sich auf jeden Fall.

    Einziges Problem: Der Higway No. 1 ist natürlich auch sehr schön. Aber meines Erachtens ist Variante eins trotzdem klar die bessere Entscheidung.

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