Es reicht! Wirklich! Nach 8 Wochen Dauerschnee kann ich den weißen Mist echt nicht mehr sehen. Über knietief sinkt man inzwischen ein wenn man sich irgendwo abseits der geräumten Straßen bewegen will, ohne Auto geht wie immer gar nix (war ja aber auch vorher nicht so viel anders). Auch die Amis sind von so viel Schnee überrascht, so lange weiß war es wohl schon seit den Siebzigern nicht mehr. Ein tolles Jahr habe ich mir also ausgesucht um in Ohio zu überwintern. Naja, es gibt aber Schlimmeres. Denn besser als ein Orkantief wie in Deutschland heute ist mir das allemal. Und wer es noch nicht erkannt hat: Das Bild zur Rechten hier, das auf der zeit.de-Startseite zu finden war ist das Wohnhaus in dem ich bis zuletzt in Mainz gewohnt hatte und in dem heute natürlich noch Bara und Daniel wohnen. Passiert ist wohl nix, aber schockiert war ich schon, als ich das gesehen (und realisiert) habe. Daniel wird übrigens ab dem Wintersemester wieder im Ausland sein (wir haben das echt gut getimet mit Israel, USA und Istanbul...) und seine Freundin Tanja wird einziehen, was mich sehr freut. Eine neue fremde Mitbewohnerin muss ja nicht unbedingt sein.Mein Bericht heute wird ansonsten eher kurz und knackig ausfallen, weil es ja übermorgen nach Washington DC geht und ich morgen nach der Schule noch Chorprobe habe und nicht viel Zeit zum Packen und Richten gab. Ein paar berichtenswerte Dinge möchte ich dennoch nicht auslassen. Zum ersten tut es mir leid für alle Tierliebhaber unter euch die sich freuten dass durch mein Fleisch-Fasten in den 7 Wochen zwischen Fasching und Ostern ein paar Schweine und Hühner gerettet werden können. Letzten Donnerstag gab es das erste mal wieder Bacon zum Frühstück, Steak zum Mittagessen und Huhn am Abend. Nein, mein Fasten habe ich nicht aufgegeben, einfach nur etwas modifiziert... Tante Nancy, ihreszeichens immerhin Professorin für Sport und Ernährung am hiesigen Community College hat angeregt auf Kohlenhydrate statt auf Fleisch zu verzichten. Und da das ernährungsmäßig absolut Sinn macht und es immer noch eine riesige Herausforderung und Verzicht (wenn nicht sogar noch eine größere) ist habe ich mich entschlossen für 7 Wochen keinerlei Kohlenhydrate zu mir zu nehmen. Das (und das musste ich etwas schmerzlich lernen) heißt dann aber natürlich nicht nur Verzicht auf die Klassiker Brot, Nudeln, Gebäck, Kartoffeln und Reis, sondern jegliche Kohlenhydrate, also auch Früchte, Nüsse, natürlich Chips, jegliche Süßigkeiten und viele stärkehaltigen Gemüsesorten. Alles was ich am Tag essen darf sind 20g an Kohlenhydraten, das entspricht ca. 2 Hand voll Salat und eine kleine Schüssel mit leichtem Gemüse. Proteine und Fett dürfen hingegen ohne Beschränkung gegessen werden. Wie das ganze funktioniert werde ich in den kommenden 6 Wochen am eigenen Leib erfahren und euch auf dem Laufenden halten. Ach ja, offiziell heißt das Ganze natürlich Atkins und war mal Trend, ist aber eigentlich auch egal... ;)
Wie schon ausführlich beschrieben ist das Wetter immer noch nicht besser und wieder gab es die Woche fast täglich Schneefall der dann am Donnerstag noch mal richtig heftig wurde und uns Freitag mal wieder einen Schneetag einbrachte. Damit war es dann auch offiziell: 2010 gab es an der CCS noch keine einzige volle Schulwoche, immer war entweder schneefrei, Feiertag oder eine Konferenz dazwischen. Damit kann ich aber auch ganz gut leben. Ein Schneesturm an gerade diesem Freitag hätte aber unpassender kaum sein können, denn das Ende der Basketballsaison mit den Ohio-Staatsmeisterschaften stand an. Erst ein paar Stunden vor Anpfiff stand fest, dass das Turnier überhaupt stattfinden kann, und es war länger unklar ob die Schule die Reise des Teams verantworten könnte. Irgendwie klappte es dann aber doch und so fuhren wir Freitag Mittag in den Südosten Ohios um "unseren" Titel zu verteidigen, denn Coach Markovich hatte die CCS-Mädels auch schon letztes Jahr zum Staatstitel geführt. Das ist natürlich immer relativ zur Liga und in unserem Fall ist das die ACSI, die Association of Christian Schools International, also des (oder eines) weltweiten Dachverbandes christlicher Schulen. Unter den christlichen Schulen in Ohio wird also dieses Turnier ausgetragen und nach einem Sieg im Spiel um den Titel des Regionalmeister wurden wir mit 3 anderen Teams eingeladen um den Staatsmeister unter uns auszumachen. Das Halbfinale am Freitagabend war recht unspektakulär. Zunächst sah die andere Mannschaft wirklich beeindruckend aus, einige große Mädels, die aber wie sich letztlich herausstellte wenig auf die Reihe bekamen bei unserem aggressiven Pressing. So sicherten wir uns den Sieg recht mühelos und ich fuhr mit Onkel Bob 2 Stunden im Schneesturm nach Hause. Am nächsten Morgen ging es dann wieder zurück fürs Finale, das um einoges spannender war.
So viel also zum Wochenende, jetzt kümmere ich mich wieder um die Vorbereitungen für die Exkursion nach Washington. Und da es ja schon übermorgen los geht und ich morgen keine Zeit für irgendwas haben werde, werdet ihr wohl alle erst nächste Woche wieder von mir hören. Bis dahin take care everyone! Love, Daniel
Hallo Mitbewohner-in-Spe :)
AntwortenLöschenWie ich sehe, scheints dir ja echt gut zu gehen. Ich hoffe ihr hattet ein paar schöne Tage in DC - ich bin ja sooo neidisch und freu mich schon auf diverse USA-Geschichten-Erzählstunden :) Aber wie ich auf dem Foto sehe, bist du auch in DC nicht von dem "weißen Mist" verschont geblieben. Falls es dich tröstet: wir durften auch mal wieder in den "Genuss" kommen...
Liebe Grüße
Hey liebe Tanja! Tatsächlich war der weiße Mist in DC nur ein kleines Überbleibsel vor dem Kapitol und mit bestem Wetter am Donnerstag und Freitag fühlte ich mich fast schon etwas frühlingshaft!
AntwortenLöschenViele liebe Grüße,
Daniel