Am Dienstag ging es los, nach dem ersten Softballspiel der Saison (mit 5 zu 1 durch ein furchtbares 6. Inning verloren) und ein paar Komplikationen waren wir um 19:30 endlich auf der Straße, 3 Erwachsene, 7 Kinder, in einem 15-sitzigen Van. Wir nahmen eine etwas andere Route als angenommen, durchquerten erst mal Ohio, dann nachts durch die Berge in Kentucky und Tennessee und ab morgens durch Georgia, bis wir dann schließlich gegen Mittag in Florida ankamen. Dann war die Reise aber natürlich noch nicht vorbei, immerhin ist Fort Myers Beach fast ganz im Süden, also dauerte es noch bis 18 bis wir endlich da waren. Knapp 23 Stunden also im Auto, wobei ich die Nachtschicht von 2 bis 7 Uhr gefahren bin und dementsprechend platt war. Florida entlohnt einen aber wirklich schnell für all die Strapazen, nach dem Einrichten und Abendessen ging es sofort an den ganz feinen und weißen Sandstrand und ich genoss meinen ersten Sonnenuntergang in Florida. Unser Haus ist ziemlich groß, im Endeffekt zwei Doppelhaushälften, von denen eine Omi und Opi, die andere Freunden aus Deutschland gehört. Über das Jahr hinweg sind ständig Freunde und Bekannte hier die meistens mietfrei Urlaub machen, vielleicht habe ich ja Chancen dann auch in naher Zukunft noch mal herzufliegen und mich hier einzunisten... Wenn der Clan aber über Ostern kommt, hat er hier das ganze Haus für sich, und so ist es dann auch mit 20 Familienmitgliedern nicht überfüllt. Unten links ist die Wohnung von Opi und Omi (wobei Opi schon wieder in Ohio ist), oben links deren Ferienwohnung, wo gekocht und gegessen wird, und oben rechts die Ferienwohnung der deutschen Freunde, wo ich auch mein eigenes Zimmer mit Schlafcouch habe. Hinter dem Haus schützt ein riesiger "Wintergarten" (keine Ahnung wie das heißt wenn es aber kein Glas ist, sondern nur Netze) vor den aggressiven Moskitos und bietet auch etwas Sichtschutz im Pool, der leider nicht wirklich groß, aber immerhin wohl temperiert ist und nach dem Strandbesuch eine tolle Abkühlung bietet. Zum Strand sind es 4 Minuten Fußweg, Fort Myers Beach ist aber auch nicht wirklich groß. Im Endeffekt ist es eine einzelne dicht bebaute Insel, etwa 10 km lang, 1 bis 2 km breit, in einem größeren Archipel im Golf von Mexiko, also auf der Westseite Floridas gelegen. Insgesamt gibt es nur zwei Zugangsstraßen, aber nur die im Norden führt auf das Festland und ist wegen viel Tourismus auch chronisch verstopft. Auf dem Hinweg brauchten wir über eine halbe Stunde über die Brücke... Am Strand in unserer Gegend ist es aber zum Glück nicht überlaufen, und so fühlt man sich auch nicht von Touristen erschlagen. Wenn man mal welche trifft, sind sie zu 99% Deutsch, man grüßt sich hier tatsächlich eher mit Guten Tag als mit Hello.
Den ersten vollen Tag hier nutzte ich erst mal um am Strand rumzufläzen und die Insel etwas zu erkunden, mit Tyler schnappte ich mir die Bikes und es ging erst mal in den Süden. A Propos Süden: Man muss sich schon mal vor Augen halten dass Florida so südlich ist wie die Sahara, südlicher als Marokko oder Kairo. Das Klima ist tropisch und die direkte Sonne entsprechend heiß, auch wenn es mit 28°C wirklich sehr angenehm ist. So habe ich bisher jeden Tag ziemlich genau eine Stunde am Strand verbracht, mehr ist nicht drin bis es zur Abkühlung erst mal wieder in den Pool geht. Aber auch vor dem Haus oder auf der Terasse lässt es sich wunderbar in der Sonne oder im Halbschatten abhängen. Karfreitag war dann noch mal ein gemütlicher Strand- und Pooltag, gegessen wird leicht, für mich gab es immer extra Fisch oder Hühnchen, und ich musste mich nicht mal selbst kümmern...
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