Sonntag, 4. April 2010

Happy Easter from the Sunshine State!

Ein Glück gehört Florida zu den Vereinigten Staaten, und nicht Spanien oder Mexiko, sonst wäre es sicher nicht Winterheimat vieler Nordstaatler geworden und wir wären nun nicht hier! Aus diesem Paradies also viele Grüße und euch allen ein frohes und gesegnetes Osterfest!
Am Dienstag ging es los, nach dem ersten Softballspiel der Saison (mit 5 zu 1 durch ein furchtbares 6. Inning verloren) und ein paar Komplikationen waren wir um 19:30 endlich auf der Straße, 3 Erwachsene, 7 Kinder, in einem 15-sitzigen Van. Wir nahmen eine etwas andere Route als angenommen, durchquerten erst mal Ohio, dann nachts durch die Berge in Kentucky und Tennessee und ab morgens durch Georgia, bis wir dann schließlich gegen Mittag in Florida ankamen. Dann war die Reise aber natürlich noch nicht vorbei, immerhin ist Fort Myers Beach fast ganz im Süden, also dauerte es noch bis 18 bis wir endlich da waren. Knapp 23 Stunden also im Auto, wobei ich die Nachtschicht von 2 bis 7 Uhr gefahren bin und dementsprechend platt war. Florida entlohnt einen aber wirklich schnell für all die Strapazen, nach dem Einrichten und Abendessen ging es sofort an den ganz feinen und weißen Sandstrand und ich genoss meinen ersten Sonnenuntergang in Florida. Unser Haus ist ziemlich groß, im Endeffekt zwei Doppelhaushälften, von denen eine Omi und Opi, die andere Freunden aus Deutschland gehört. Über das Jahr hinweg sind ständig Freunde und Bekannte hier die meistens mietfrei Urlaub machen, vielleicht habe ich ja Chancen dann auch in naher Zukunft noch mal herzufliegen und mich hier einzunisten... Wenn der Clan aber über Ostern kommt, hat er hier das ganze Haus für sich, und so ist es dann auch mit 20 Familienmitgliedern nicht überfüllt. Unten links ist die Wohnung von Opi und Omi (wobei Opi schon wieder in Ohio ist), oben links deren Ferienwohnung, wo gekocht und gegessen wird, und oben rechts die Ferienwohnung der deutschen Freunde, wo ich auch mein eigenes Zimmer mit Schlafcouch habe. Hinter dem Haus schützt ein riesiger "Wintergarten" (keine Ahnung wie das heißt wenn es aber kein Glas ist, sondern nur Netze) vor den aggressiven Moskitos und bietet auch etwas Sichtschutz im Pool, der leider nicht wirklich groß, aber immerhin wohl temperiert ist und nach dem Strandbesuch eine tolle Abkühlung bietet. Zum Strand sind es 4 Minuten Fußweg, Fort Myers Beach ist aber auch nicht wirklich groß. Im Endeffekt ist es eine einzelne dicht bebaute Insel, etwa 10 km lang, 1 bis 2 km breit, in einem größeren Archipel im Golf von Mexiko, also auf der Westseite Floridas gelegen. Insgesamt gibt es nur zwei Zugangsstraßen, aber nur die im Norden führt auf das Festland und ist wegen viel Tourismus auch chronisch verstopft. Auf dem Hinweg brauchten wir über eine halbe Stunde über die Brücke... Am Strand in unserer Gegend ist es aber zum Glück nicht überlaufen, und so fühlt man sich auch nicht von Touristen erschlagen. Wenn man mal welche trifft, sind sie zu 99% Deutsch, man grüßt sich hier tatsächlich eher mit Guten Tag als mit Hello.
Den ersten vollen Tag hier nutzte ich erst mal um am Strand rumzufläzen und die Insel etwas zu erkunden, mit Tyler schnappte ich mir die Bikes und es ging erst mal in den Süden. A Propos Süden: Man muss sich schon mal vor Augen halten dass Florida so südlich ist wie die Sahara, südlicher als Marokko oder Kairo. Das Klima ist tropisch und die direkte Sonne entsprechend heiß, auch wenn es mit 28°C wirklich sehr angenehm ist. So habe ich bisher jeden Tag ziemlich genau eine Stunde am Strand verbracht, mehr ist nicht drin bis es zur Abkühlung erst mal wieder in den Pool geht. Aber auch vor dem Haus oder auf der Terasse lässt es sich wunderbar in der Sonne oder im Halbschatten abhängen. Karfreitag war dann noch mal ein gemütlicher Strand- und Pooltag, gegessen wird leicht, für mich gab es immer extra Fisch oder Hühnchen, und ich musste mich nicht mal selbst kümmern...
Samstag nutzte ich dann für einen ersten Ausflug. Nur 3 Inseln entfernt liegt ein State Park (wohl am Besten mit Naturschutzgebiet zu übersetzen) mit Spazierrouten, Angelplätzen und Badestrand. Dank tollem Wetter und Samstag war die Schlange am Eingang abschreckend lang, aber eigentlich alle wollten an den Strand und so hatte ich bei meiner Mini-Wanderung meine Ruhe. Tyler und Abby hatte ich im Gepäck, setzte die aber zum Angeln ab, während ich mich auf den Rundweg um eine der Inseln im Park machte. Überall raschelte es, gab es exotische Tiere zu sehen und bislang ungesehene Pflanzen zu entdecken. Ich genieße es wirklich, dass hier die Vegetation so deutlich anders als in Ohio (und Deutschland) ist. Ein bißchen war ich an unseren Trip nach Barcelona erinnert als ich die Palmen sah, aber mit dem tropischen Klima und den Mangrovensümpfen ist das Ganze doch noch mal etwas anderes. Auf dem Rundweg entlang der Kanäle und Wasserwege begegnete ich dann auch meinem ersten freilaufenden Alligator. Immerhin wurde man hingewiesen im Tümpel nicht zu baden, aber dennoch gab es keine Absperrung zwischen mir und dem Urzeitmonster. Okay, ganz so dramatisch war es nicht, das faule Stück lungerte nur auf der anderen Seite des Teiches herum und bewegte sich nicht, aber immerhin! Im Laufe der Woche versuche ich noch nähere Begegnungen zu machen, mein Kameraobjektiv lässt nun auch nicht zu weit zoomen. Ich hatte jedenfalls einen tollen Tag und wie immer sind alle Bilder vom bisherigen Trip hier anzuschauen. Neue kommen wohl von Zeit zu Zeit hinzu.
Heute ging es dann mal richtig früh raus. Gut, nicht früher als an Schultagen, aber man ist ja im Urlaub. Gelohnt hat es sich dennoch total, denn dabei heraus kam ein toller Sonnenaufgang zu Ostern. Ein paar Familienmitglieder haben sich auch noch angeschlossen, wir haben in der Bibel gelesen, die Aussicht genossen und uns gefreut, dass Christus für uns auferstanden ist. Dann gab es einen Osterbrunch und ich konnte endlich mein Fasten brechen. Nach 6 Wochen Atkins gab es also wieder den ersten Toast, die erste Erdbeere, den ersten Brownie, den ersten Wein (nicht zum Brunch allerdings... ;o) ). Und um ehrlich zu sein: Heute Abend geht es mir mit dem ganzen Junk den ich den Tag über gegessen habe ziemlich mies. Deswegen geht es morgen zurück in die kohlehydratfreie Zone. Wenn ich aber nicht gerade meine Nase im Kühlschrank hatte, war ich heute wieder am Strand, Pool, ihr könnts auch langsam vorstellen. Gestern Abend kam auch Onkel Bob aus Cleveland geflogen. Er bleibt wegen der Arbeit nur für ein paar Tage, unternimmt aber gerne was, und so geht es am Dienstag in ein nahegelegenes Sumpfgebiet. Heute Abend haben Bob und ich uns auch noch die ältesten Teens gekrallt und wir sind nach "Downtown" Fort Myers Beach gefahren, bei dem Verkehr 45 Minuten für 5 km. Dort dann allerlei Spacken, Touristenfallen und Neonlichter. Immerhin gut zu wissen, dass man auch Party machen könnte, wenn man wollte. Heuer begnüge ich mich aber mit Relaxen, Familie und Natur, was will man bei dem Wetter auch mehr?

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