Sonntag, 9. Mai 2010

O Fortuna!

The day the Lord created hope was probably the same day he created Spring. ~Bern Williams

So, Frühling! Endlich! So richtig warm isses zwar immer noch nicht, aber immerhin schneit es auf absehbare Zeit nicht mehr (wir hatten ernsthaft noch mal Schneeschauer gemeldet letzte Woche!), die Blumen sprießen und die vielen Bäume sind wirklich grün. Wow, was eine Beobachtung! Zu wichtigerem also… Die Zeit hier neigt sich dem Ende zu und obwohl die Tage länger werden, scheinen die Wochen immer kürzer. In der letzten Zeit war es auch total stressig, von Softball über Klassenfahrt bis Konzertwoche neben Schule blieb nicht viel Zeit für Freizeit und das Blog schreiben.Heute ist schon unser letztes Softball-Spiel der Saison, demnach auch unsere letzte Chance ein Spiel zu gewinnen. Ja, richtig. Von den 10 gespielten Spielen haben wir bisher noch alle geschafft zu verlieren. Mal lags am Pitching, mal an der Verteidigung, mal am Angriff, aber irgendwie haben wir es immer hinbekommen. Das Hinspiel gegen unseren heutigen Gegner haben wir 14:2 verloren, die Chancen stehen also nicht allzu gut, aber wir geben die Hoffnung nicht auf und nehmens mit Humor. Etwas schade nur, dass unser Cheftrainer alle Vorschläge zur Verbesserung und Kritik an sich abprellen lässt. Na gut, nicht meine Sache, mir hats Spaß gemacht mit den Mädels auf der Bank zu sitzen und im Schulsport involviert zu sein.

Am Donnerstag ging es dann auf Klassenfahrt von der ich im Vorfeld nicht so überzeugt war, wie immer CCS-typisch unorganisiert und improvisiert. Es stellte sich dann heraus dass alles wunderbar funktionierte und wir eine großartige Zeit hatten. Nach drei Stunden Fahrt im vollen Minibus kamen wir in Opis Hunting Camp und bezogen dort unsere Quartiere, die Herren im Bungalow, die Damen im Haupthaus. Ein bisschen war es wie auf Konfi-Freizeit mit Schnitzeljagd, Nachtwanderung und Schrammelgitarre am Lagerfeuer. Den Abend verbrachten wir also zuerst am bereits im Herbst beschriebenen Doane Point, einem Aussichtspunkt über die ganze Gegend und beim Sonnenuntergang einfach toll. Danach war im Endeffekt kein Programm mehr, aber einige von uns saßen zusammen im Bungalow, ein paar Kids machten Musik und wir beteten zusammen und füreinander, sangen und tanzten. Irgendwie sehr charismatisch, aber diese Art von Gottesdienst hat schon seinen Reiz. Ich war jedenfalls ganz eingefangen und seitdem hat sich meine Einstellung zum Glauben noch mal verändert und vertieft. Sonntag in der Kirche war dann jedenfalls stinktrocken und ganz langweilig. Den zweiten Tag verbrachten wir mit Frühstück und nach Geschlechtern getrennten "Reflektionstreffen", nach denen es dann schon wieder Zeit zum Aufräumen, Putzen und heimfahren war. Eine tolle Erfahrung jedenfalls, grade jetzt gegen Ende des Schuljahres noch mal so viel Zeit mit den Kids zu verbringen. Die Nacht war übrigens auch noch interessant. Im Erdgeschoss des Bungalows schliefen die Lehrer, von denen ich überraschenderweise noch am wenigsten schnarche (!!!), oben ein paar Kids, die Mehrzahl aber draußen vor dem Feuer oder einfach mit ihren Schlafsäcken im Gras. Mir wärs ja zu kalt gewesen aber die Jungs wollten sich wohl abhärten... Ich habe für meinen Teil jedenfalls Lust auf Jugendfreizeiten bekommen. Gibts so was auch bezahlt?!? Bilder habe ich nicht wirklich gemacht, hatte keine Lust meine Kamera die ganze Zeit mit mir rumzuschleppen, aber ich habe die Bilder von Tante Karen geklaut und hier hochgeladen.

Die folgende (vergangene) Woche stand dann ganz im Zeichen vom Cleveland Orchestra (Chorus) mit dem wir drei Konzerte und drei Proben hatten. Täglich hieß es also nur ein kleines bißchen Zeit zu Hause zu haben und dann von 18:30 bis 23 Uhr unterwegs zu sein. Gesungen wurden ja die Carmina Burana und der Prolog im Himmel aus Boitos Faust-Oper. Zufälligerweise ist O Fortuna aus der Carmina auch das Einmarschierlied der Cleveland Cavaliers. Diese spielen grade mit ihrem Superstar LeBron James (bester Spieler der NBA) in den Playoffs. Da wurden wir dann auch vom lokalen Fernsehsender gefragt ob wir zur Musik ein Video machen könnten. Unser O Fortuna zur Unterstützung der Cavs könnt ihr also hier sehen.


Außerdem habe ich hier noch ein Video vom Boito-Stück. Nicht von uns, aber ganz toll inszeniert und die Musik ist einfach der Knaller.

Entsprechend ist das Publikum auch auf die Stücke abgegangen, drei mal fast ausverkauft, begeisterter Applaus und Ovationen, wobei Samstag mit Abstand am Besten war. Die Woche war dementsprechend anstrengend, aber es hat total Spaß gemacht und es war ja auch der letzte Auftritt mit dem Chor. Ich habe also jede Minute in der Severance Hall mit einem der besten Orchester der Welt genossen und musste mich dann von vielen Mitsängern und Freunden verabschieden. Ende Mai kommen ein paar von uns aber noch mal zu einem Abschiedsgrillen zusammen, das einer meiner Chorfreunde für mich veranstaltet. Darüber freue ich mich wirklich riesig.

Mit Siebenmeilenstiefeln geht es also dem Ende entgegen (ich glaube langsam beginne ich jeden Blog mit einer ähnlich klingenden Einleitung zu beginnen und Schluss zu beenden), heute sind es noch 5 Wochen Schule, dazu noch mein Urlaub (für den ich inzwischen Hotels und Hostels gebucht habe) und dann gehts heim! Freue mich!

Bis dahin ist aber noch viel los und diese Woche werde ich nun erst mal mit Cyril aus Mainz verbringen, der USA-Urlaub macht und mich für ein paar Tage besuchen kommt. Auch davon werde ich dann wie immer hier ausführlich berichten.

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