Donnerstag, 10. September 2009

Driving in America

Eigentlich habe ich so viel neues nicht zu berichten, aber da der letzte Beitrag schon am letzten Wochenende war und das nächste Wochenende nicht viel Zeit hergeben wird, nehme ich mir heute Abend etwas Zeit um euch auf dem Laufenden zu halten. Leider habe ich auch keine neuen Bilder zu bieten, aber ihr wisst ja alle wie ich aussehe.
Am Sonntag ging es für einen Teil der Familie aufs Oktoberfest in Berea. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich das deutsche Original fürchterlich finden würde, aber die amerikanische Abart dieser bayrischen Volkstümelei ist dann wohl doch noch mal ne Nummer schlimmer. Die Musik war ganz grausam, das Essen amerikanisiert (wer will denn bitte ne Bratwurst im schlappen Burgerbrötchen oder lapprige Kartoffelpfannkuchen, tses), alte Männer in Lederhosen haben Perlenketten geworfen (das ist eine amerikanische Tradition aus New Orleans zum Mardi Gras) und sowieso war das ganze irgendwie ziemlich verzerrt. Trotzdem hatte ich viel Spaß mit der Familie und einem meiner jüngeren Cousins. Wahrscheinlich trugen auch die 4 wunderbaren deutschen Weißbier die mir Onkel Bob ausgegeben hat erheblich zu meiner trotz allem guten Stimmung bei.
Diese Woche dann natürlich wieder Schule ohne besondere Vorkommnisse, wobei am Montag endlich meine sehnlichst erwarteten Unterrichtsmaterialien ankamen und ich die Woche dann viel ausprobiert habe. Mit den Büchern macht es jedenfalls gleich doppelt Spaß zu unterrichten und ich freue mich jetzt auf die kommenden Wochen. Die Fahrerei ist hier auch wirklich besser geworden. Montags, mittwochs und freitags bringt mir meine Cousine ein großes Auto vorbei, in dem ich dann sie und 3 weitere Kinder in die Schule und zurück fahre. So spare ich meiner Tante den Weg und ich bin früher zu Hause. Dazu kommt, dass Autofahren in einem Luxusstraßenkreuzer wie dem Cadillac Escalade auch ohne Gangschaltung ziemlich viel Spaß macht. Wenn ich dann nachmittags mal einen Wagen brauche, nehme ich dann Opis Ford Excursion, der noch mal ne Nummer größer ist (der größte Geländewagen der Welt mit 3 Tonnen Leergewicht und 300 PS Zugkraft) und sich ganz schön scheiße fahren lässt. Inzwischen habe ich mich aber ganz gut an diese Monster gewöhnt und fahre auch beim Wenden keine Bäume mehr um. ;) Das Fahren selbst ist dann meistens sehr gemütlich, weil die Geschwindikeitsbegrenzungen hier nicht vergleichbar mit Deutschland sind. Auf einer 6-spurigen Straße ist da oft grade mal 70 oder 90 erlaubt, auf der Autobahn nie mehr als 105. Alles geht hier also etwas langsamer auf amerikanischen Straßen, aber schneller würde es hier auch ein totales Chaos geben, denn hier schreibt jeder SMS beim Fahren, telefoniert, überholt rechts, und interessiert sich sowieso recht wenig dafür, wer sonst noch so auf der Straße ist. Die Gleichung sicherer weil langsamer geht also nicht wirklich auf.
Für das kommende Wochenende ist hier ein Stadtfest, der "Sheffield Pride Day", geplant. Dabei ist Opi der federführende Organisator, Onkel Bob kocht für 1000 Mann und meine Tanten organisieren einen Backwettbewerb an dem ich mit meinem Lieblingsapfelkuchen teilnehme. Das heißt morgen wird nach der Schule gebacken, gekocht, vorbereitet und dekoriert, und Samstag werde ich wohl nicht aus der Nummer rauskommen ohne zu bedienen, abzuwaschen, zu kochen oder was auch immer. Trotzdem hoffe ich, noch etwas Zeit für Kontakte nach Deutschland herausschlagen zu können und mit ein paar von euch am Wochenende zu sprechen.

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