Am Samstag hatte ich dann kaum noch Zeit in der Stadt, da mein Flieger mittags ging und ich ja früh am Flughafen sein musste. Dennoch traf ich Josh noch mal und ich nahm ihn mit zu einem letzten Besuch in der beeindruckenden Grace Cathedral, bevor ich mich verabschiedete. Auf dem Weg zur U-Bahn kam ich aber wieder am Rathausplatz vorbei und spazierte dort noch ausführlich über das Pride Festival. Da muss ich zur Erklärung noch etwas ausholen, denn mein Trip war wirklich nicht gut getimet. Wie ich erst erfuhr als ich am Mittwoch ankam, war über das Wochenende die San Francisco Pride, die größte Schwulen- und Lesebenparade und -Straßenfest der Welt. Den Spaß würde ich also verpassen, da hab ich einfach schlecht geplant. Da ist man schon mal in San Francisco und verpasst die größte Veranstaltung des Jahres um einen Tag. Dumm gelaufen! Von SF ging es dann aber erst mal nach Denver, wo Wetterchaos herrschte und mein Anschlussflieger über eineinhalb Stunden verspätet war. Dementsprechend kam ich auch erst um 3 Uhr nachts wieder daheim an und war ziemlich platt. Der nächste Morgen sollte leider keine Entspannung bieten, denn da dies mein letzter Sonntag hier sein sollte musste ich mich natürlich schon in der Kirche blicken lassen. Doch Oh Schreck! Deutschland spielte ja um 10, schlechteste Kirchenzeit! Ich entschloss mich also in den (langweiligeren) frühen Gottesdienst zu gehen, stand noch früher auf und schaute danach die zweite Halbzeit mit Opi, Onkel Rick und Onkel Bob in einer Kneipe in der Nähe der Kirche, während die Damen ebendort blieben. Nach dem Deutschlandspiel heim, erst mal auspacken was ich morgens noch gar nicht gemacht hatte, Wäsche waschen, und dann gleich weiter zur "Abi"-Party einer unserer Schülerinnen wo ich viele meiner Schüler und viele Kollegen auch noch mal sehen konnte und dann schließlich verabschieden musste. Danach gleich zum nächsten Abschied, eine Familie aus der Kirche geht in die Philipinen und hatte an dem Abend eine Abschiedsfeier wo ich dann auch noch mal den Leuten aus der Kirche tschüß sagen konnte (was mir wesentlich einfacher fiel als der Abschied von den Schülern und Freunden...). Ein langer Tag also und fast der letzte Abschied. Nun fehlt eigentlich nur noch die Familie, mit der ich die letzten dreieinhalb Tage genieße. Außerdem gehe ich wie immer ins Fitness und habe heute wieder mal ein Rezept an Omi und Opi ausprobiert (und für gut befunden: Korean Chicken). Wahrscheinlich wird dies mein letzter ausführlicher Report aus den Staaten sein, am Donnerstag Nachmittag hebt mein Flieger hier in Cleveland ab und ich verabschiede mich fürs Erste aus dem Mittleren Westen. Was ein Jahr!
Montag, 28. Juni 2010
If you're going to San Francisco...
...be sure to wear a warm winter jacket and sun lotion (braucht man eine warme Winterjacke und Sonnencreme). Immerhin eines von beiden hatte ich dabei und ihr dürft dann gleich erraten ob ich entweder erfroren bin oder mir einen üblen Sonnenbrand geholt habe. Eigentlich wollte ich meine letzten Tage hier nicht im Internet und am Bloggen verbringen, aber das Ende meines Urlaubs schulde ich euch noch und der Vollständigkeit halber möchte ich also hier noch zu Ende berichten. Bilder vom ganzen Trip gibt es dann wie gewohnt hier.
Am vergangenen Dienstag wachte ich das letzte mal in Port Angeles, Washington auf, wo mein Motel war. Nach dem Packen war es dann Zeit den südlichen Teil des Nationalparks zu erkunden. Zuerst ging es in den Hoh-Regenwald. Unter Regenwald hätte ich mir natürlich eher Brasilien oder so vorgestellt, aber dieser Wald ist einer der wenigen gemäßigten Regenwälder mit einem ganz speziellen Klima. Anfangs war ich nicht so begeistert, aber je weiter man den Wanderwegen folgte, desto dichter wurde der Wald und irgendwann sah man nur noch grün vor lauter Moos und Farnen, Bäumen und anderen Pflanzen. Sehr interessant zu sehen wie Bäume die schon ganz lange umgefallen waren wieder als Lebensgrundlage für neues Wachstum genutzt wurden und außerdem gab es auf dem Weg in den Wald reichlich Watipi-Hirsche zu bestaunen. Von dort ging es dann schon fast wieder auf den Weg zurück nach Seattle, aber die Südroute führte an noch 2 weiteren Zielorten ein. Kalaloch am Pazifik, wo es mehrere Strände zu genießen gab und den
Quienault-Regenwald. Beides war traumhaft, aber irgendwie wollte ich dann auch schon bald wieder weiter und hatte nicht mehr so die Muße wie zuvor. Außerdem hatte ich zwei lange Wandertage in den Beinen und somit fuhr ich dann etwas früher als geplant zurück nach Seattle. Wie sich herausstellte war das auch die perfekte Entscheidung, denn ich geriet in eine Baustelle im Feierabendverkehr und brauchte gleich mal 2 Stunden mehr und kam doch erst am Abend am Flughafen an. Da mein Flieger nach San Francisco schon am frühen Morgen ging hatte ich mir ein billiges Motel direkt am Flughafen gebucht und mehr als eine Nacht musste ich zum Glück auch nicht dort verbringen. Immerhin war es richtig günstig. Die 3 Tage Nationalpark waren wirklich ein Traum, habe so viel gesehen und erlebt und hatte viel Zeit zum Nachdenken und für mich. Wunderbar! Mit dem Mietwagen brachte ich es in der einen Woche in der ich ihn hatte auf geschlagene 1200 Meilen, also 2000 km, von Garmisch-Partenkirchen nach Flensburg und zurück. Nicht dass ich diese Strecke mal fahren müsste...
Als ich dann am Mittwoch Mittag in San Francisco ankam war die Stadt ein echter Kultur-Schock. Nach 3 Tagen Alleinesein plötzlich viel zu viele Leute um mich herum. Noch voll bepackt kam ich am Marktplatz vorbei, gerade rechtzeitig zum Public Viewing Deutschland gegen Ghana, und es waren echt viele Deutsche da. Das war dann ganz nett, aber mit meinen Taschen wars dann doch eher unpraktisch. Beim Einchecken in die recht moderne aber in einer ganz furchtbaren Ecke gelegenen Jugendherberge lernte ich auch einen meiner 3 Zimmergenossen kennen, Josh aus Chicago, der mit dem Rad an der Westküste unterwegs war. Ich war dann ganz überfordert was ich mit dem angebrochenen Tag anfangen sollte und wusste gar nicht was ich zuerst machen sollte. Ganz ungewohnt für mich hatte ich außer Alcatraz am Freitag nämlich gar nichts geplant und so war ich erst mal ganz schön hilflos. Nach längerem inneren Hin und Her begann ich meinen Trip dann am UN Plaza, spazierte zum Cable Car-Endpunkt und lief den SF-Wahrzeichen im Endeffekt hinterher. Die vielen Hügel in SF rauf und runter ging es nach Chinatown, zur wundervollen Grace Cathedral (so wohlgefühlt habe ich mich zuvor in noch keiner Kirche), zur Lombard Street (der krummsten Straße der Welt), dem Coit Tower und zurück durch Chinatown wo ich auch in einem kleinen Restaurant zu Abend aß. Das klingt jetzt gar nicht so viel, aber auch in SF, wie in jeder anderen amerikanischen Stadt sind die Wege unglaublich weit, und ich kam erst gegen 21 Uhr ins Hostel, nach fast 6 Stunden "Spaziergang" durch das hügelige Terrain der Stadt. Das Wetter war zum Glück ganz gut, auch wenn es für Juni ungewohnt frisch war. Ohne meinen Winterfleece hätte ich da gefroren. Vor der Nacht in der Jugendherberge graute es mir ja etwas, Schnarcher, Stinker, Heizer und Fensterschließer waren mir ungeheuer, aber ich konnte erstaunlich gut schlafen. Hatte mich ja auch ordentlich müde gelaufen.
Für Tag 2 hatte ich in der Herberge einen Flyer für einen Fahrradverleih gefunden der für Hostelgäste eine Rate von 18 USD anbot. Leider war das Wetter echt Mist, nebelig, es nieselte leicht und vom Himmel war nix außer grau zu sehen, aber letztendlich wollte ich den Tag nicht verlieren, also schwang ich mich tapfer aufs Rad und fuhr die 5 Meilen zur Golden Gate Bridge von der wetterbedingt nicht allzu viel zu sehen war. Trotzdem war der Anblick natürlich imposant und toll, und mit der schlechten Sicht muss man im Sommer in San Francisco wohl rechnen. Angekommen auf einer Aussichtsplattform auf der anderen Seite der Brücke entdeckte ich zufällig Josh, meinen Bettnachbarn vom Tag zuvor der auch mit dem Rad unterwegs war. Ohne ihn hätte ich wohl umgedreht, aber gemeinsam wollten wir dann noch eine Weile weiterradeln, auch wenn ich skeptisch war wie das mit mir auf meinem klapprigen Leihrad und dem 55kg-Josh auf einem Ultraleicht-Touringrad in dem hügeligen Terrain werden sollte. Josh war aber scheinbar so happy über die Gesellschaft, dass er geduldig auf mich wartete wenn ich mal hinterher war und wir den ganzen Rest-Tag verbrachten. Die Radtour führte uns bis zur Küste in den Westen, mit ein paar tollen Punkten von denen man eine tolle Aussicht auf die Brücke hatte (naja, bei gutem Wetter gehabt hätte)... Es war gut, mal wieder jemanden zum Quatschen zu haben und nach dem gemeinsamen Abendessen saßen wir noch bis abends in der Hotellobby zusammen.
Am nächsten Tag machte ich mich trotzdem dann wieder alleine auf den Weg und spazierte nach Ashbury Haights ins Hippie-Viertel, wo ich es aber nicht so interessant fand und von dort ins Castro, das Schwulenviertel wo ich dann mehr Zeit verbrachte und den "Spirit" der sexuellen Unabhängigkeit San Franciscos atmete und genoss. Von dort ging es mit der Bahn an die Piers, die touristisch überlaufen sind. Eigentlich hat es mir da dementsprechend auch nicht so gefallen, aber da meine Alcatraz-Fähre von dort abfuhr und ich nicht genug Zeit hatte noch was anderes zu machen musste ich etwas Zeit totschlagen und lag viel in der Gegend herum und blickte aufs Wasser. Da habe ich wohl die vernebelte und ab und an herausschauende Sonne etwas unterschätzt und mir nen richtig dicken Sonnenbrand zugezogen. Immerhin hab ich jetzt mal Farbe im Gesicht, aber während ich das hier ein paar Tage später schreibe rieselt mir die sich abpellende Haut aufs schwarze Shirt und tut immer noch weh. Sonnencreme hätte geholfen... Abends gab es dann die "Nachttour" nach Alcatraz die zuallererst mal einfach nur kalt war. Wenns wirklich auch noch im Juni so eklig ist wollte ich da nicht eingesperrt sein. Die Insel und das Gefängnis haben natürlich total viel Flair und im Hauptgebäude selbst gab es eine tolle Audio-Führung und danach zwei Vorträge über Fluchtversuche und berühmte Insassen. War trotz Wetter also ein toller Ausflug und wieder wäre der Blick auf die Golden Gate Bridge im Sonnenuntergang ohne Nebel toll gewesen. Aber hey, ich war da!
Am Samstag hatte ich dann kaum noch Zeit in der Stadt, da mein Flieger mittags ging und ich ja früh am Flughafen sein musste. Dennoch traf ich Josh noch mal und ich nahm ihn mit zu einem letzten Besuch in der beeindruckenden Grace Cathedral, bevor ich mich verabschiedete. Auf dem Weg zur U-Bahn kam ich aber wieder am Rathausplatz vorbei und spazierte dort noch ausführlich über das Pride Festival. Da muss ich zur Erklärung noch etwas ausholen, denn mein Trip war wirklich nicht gut getimet. Wie ich erst erfuhr als ich am Mittwoch ankam, war über das Wochenende die San Francisco Pride, die größte Schwulen- und Lesebenparade und -Straßenfest der Welt. Den Spaß würde ich also verpassen, da hab ich einfach schlecht geplant. Da ist man schon mal in San Francisco und verpasst die größte Veranstaltung des Jahres um einen Tag. Dumm gelaufen! Von SF ging es dann aber erst mal nach Denver, wo Wetterchaos herrschte und mein Anschlussflieger über eineinhalb Stunden verspätet war. Dementsprechend kam ich auch erst um 3 Uhr nachts wieder daheim an und war ziemlich platt. Der nächste Morgen sollte leider keine Entspannung bieten, denn da dies mein letzter Sonntag hier sein sollte musste ich mich natürlich schon in der Kirche blicken lassen. Doch Oh Schreck! Deutschland spielte ja um 10, schlechteste Kirchenzeit! Ich entschloss mich also in den (langweiligeren) frühen Gottesdienst zu gehen, stand noch früher auf und schaute danach die zweite Halbzeit mit Opi, Onkel Rick und Onkel Bob in einer Kneipe in der Nähe der Kirche, während die Damen ebendort blieben. Nach dem Deutschlandspiel heim, erst mal auspacken was ich morgens noch gar nicht gemacht hatte, Wäsche waschen, und dann gleich weiter zur "Abi"-Party einer unserer Schülerinnen wo ich viele meiner Schüler und viele Kollegen auch noch mal sehen konnte und dann schließlich verabschieden musste. Danach gleich zum nächsten Abschied, eine Familie aus der Kirche geht in die Philipinen und hatte an dem Abend eine Abschiedsfeier wo ich dann auch noch mal den Leuten aus der Kirche tschüß sagen konnte (was mir wesentlich einfacher fiel als der Abschied von den Schülern und Freunden...). Ein langer Tag also und fast der letzte Abschied. Nun fehlt eigentlich nur noch die Familie, mit der ich die letzten dreieinhalb Tage genieße. Außerdem gehe ich wie immer ins Fitness und habe heute wieder mal ein Rezept an Omi und Opi ausprobiert (und für gut befunden: Korean Chicken). Wahrscheinlich wird dies mein letzter ausführlicher Report aus den Staaten sein, am Donnerstag Nachmittag hebt mein Flieger hier in Cleveland ab und ich verabschiede mich fürs Erste aus dem Mittleren Westen. Was ein Jahr!
Am Samstag hatte ich dann kaum noch Zeit in der Stadt, da mein Flieger mittags ging und ich ja früh am Flughafen sein musste. Dennoch traf ich Josh noch mal und ich nahm ihn mit zu einem letzten Besuch in der beeindruckenden Grace Cathedral, bevor ich mich verabschiedete. Auf dem Weg zur U-Bahn kam ich aber wieder am Rathausplatz vorbei und spazierte dort noch ausführlich über das Pride Festival. Da muss ich zur Erklärung noch etwas ausholen, denn mein Trip war wirklich nicht gut getimet. Wie ich erst erfuhr als ich am Mittwoch ankam, war über das Wochenende die San Francisco Pride, die größte Schwulen- und Lesebenparade und -Straßenfest der Welt. Den Spaß würde ich also verpassen, da hab ich einfach schlecht geplant. Da ist man schon mal in San Francisco und verpasst die größte Veranstaltung des Jahres um einen Tag. Dumm gelaufen! Von SF ging es dann aber erst mal nach Denver, wo Wetterchaos herrschte und mein Anschlussflieger über eineinhalb Stunden verspätet war. Dementsprechend kam ich auch erst um 3 Uhr nachts wieder daheim an und war ziemlich platt. Der nächste Morgen sollte leider keine Entspannung bieten, denn da dies mein letzter Sonntag hier sein sollte musste ich mich natürlich schon in der Kirche blicken lassen. Doch Oh Schreck! Deutschland spielte ja um 10, schlechteste Kirchenzeit! Ich entschloss mich also in den (langweiligeren) frühen Gottesdienst zu gehen, stand noch früher auf und schaute danach die zweite Halbzeit mit Opi, Onkel Rick und Onkel Bob in einer Kneipe in der Nähe der Kirche, während die Damen ebendort blieben. Nach dem Deutschlandspiel heim, erst mal auspacken was ich morgens noch gar nicht gemacht hatte, Wäsche waschen, und dann gleich weiter zur "Abi"-Party einer unserer Schülerinnen wo ich viele meiner Schüler und viele Kollegen auch noch mal sehen konnte und dann schließlich verabschieden musste. Danach gleich zum nächsten Abschied, eine Familie aus der Kirche geht in die Philipinen und hatte an dem Abend eine Abschiedsfeier wo ich dann auch noch mal den Leuten aus der Kirche tschüß sagen konnte (was mir wesentlich einfacher fiel als der Abschied von den Schülern und Freunden...). Ein langer Tag also und fast der letzte Abschied. Nun fehlt eigentlich nur noch die Familie, mit der ich die letzten dreieinhalb Tage genieße. Außerdem gehe ich wie immer ins Fitness und habe heute wieder mal ein Rezept an Omi und Opi ausprobiert (und für gut befunden: Korean Chicken). Wahrscheinlich wird dies mein letzter ausführlicher Report aus den Staaten sein, am Donnerstag Nachmittag hebt mein Flieger hier in Cleveland ab und ich verabschiede mich fürs Erste aus dem Mittleren Westen. Was ein Jahr!
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Der Daniel kommt wieder !!!!!! *froi*
AntwortenLöschenGenieß deine letzten Tage da drüben!
YEAH ... noch 3 tage :-D
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