Die Schule begann also am Mittwoch. Insgesamt habe ich 13 Schüler, verteilt auf 3 Klassen, man kann sich dann die Quote ausrechnen. Der kleinste Kurs hat jedenfalls nur 2 Schüler, einer davon auch noch mein Cousin Tyler. Unterrichten macht in so kleinen Klassen jedenfalls viel Spaß. Ein Problem gibt es allerdings noch: Ich habe noch keine Ahnung, was ich denen beibringen soll. Nicht, dass die gut Deutsch könnten, aber ich habe noch keinen wirklichen Einstieg gefunden (abgesehen vom Einsteigerkurs), weil mir niemand sagen konnte, was die eigentlich können, wo sie stehen und wo sie hinmüssen. Kein Wunder aber auch bei gefühlten 8 Lehrerwechseln im vergangenen Schuljahr. So quäle ich mich also von Tag zu Tag (okay, zugegebenermaßen waren es ja erst 3 Schultage) und warte auf mein Textbuch (wird am Montag bestellt, wenn mein Budget genehmigt ist. Insgesamt sind die Tage aber recht angenehm mit 3 Stunden am Vormittag und den Nachmittagen frei. Dumm nur, dass ich kein Auto habe, sondern immer warten muss bis sich jemand erbarmt mich abzuholen. Immerhin habe ich Internetzugang und kann so die Zeit überbrücken. Das mit dem Auto nervt trotzdem! Jedes mal wenn ich irgendwo hin will, muss mich Omi fahren. Nicht, dass ich bisher großartig irgendwo hin wollte, aber die Abhängigkeit ist mir dennoch zuwider. Das ist dann wohl auch Gewöhnungssache, aber ich freue mich massiv auf meinen ersten Tag alleine: Morgen! Nach der Kirche setze ich mich ins Auto und fahre auf die andere Seite von Cleveland um beim Cleveland Orchestra Choir vorzusingen. Das Cleveland Orchestra hat hier und international einen sehr guten Ruf (Top 5 der USA) und ich versuche, morgen irgendwie in deren Chor reinzukommen. Hoffentlich gibt die Stimme etwas her nach 3 Wochen ohne Training. Heute beim ersten Üben klang es jedenfalls noch etwas dürftig. Sollte das klappen, wird das zwar zeitlich (mal wieder) eine Herausforderung, aber ohne musikalisch gefordert zu werden gehe ich hier ein. Das Programm für die kommende Saison würde ich jedenfalls gerne mitmachen: Händels Messias, Beethovens Neunte, Brahms' Requiem, Carmina Burana und ein Weihnachtsprogramm...
Fazit meiner ersten Woche: Der liberale Quergeist in mir will raus, und freut sich immer wieder spitzbübisch, wenn ich ihn mal lasse (heute bestellt: Milk & Rent). Trotzdem fühle ich mich noch sehr wohl in der Familie hier, also kein Grund zur allseitigen Panik. Ich bin ja Darsteller und als solcher spiele ich nun eben die Rolle des konformen, konservativen, frommen und prüden Deutschlehrers. Was man nicht alles für die Kunst tut...
wie wärs zum einstieg mit nem kleinen wissenstest? Also alles etwas. geographie, grammatik, vokabeln... als aufgabentypen lückentexte nur deutsch, kreuzworträtsl mit englischen fragen etc. einfach ne mischung aus mehreren schwierigkeitsstufen um mal zu sehen wo die stehen und dann halt sehen wo du ansetzt... Auf jeden fall viel erfolg bei allem und besonders beim vorsingen! beste grüße
AntwortenLöschender schönst kürbis toll... da hab ich persönlich spaß!
AntwortenLöschenHach, es ist doch immer schön, wenn man merkt, dass alle Klischees, die man von Amerika hat, tatsächlich Realität sind. Hab ich ja schon im Frühjahr in Kutztown gemerkt, aber deine Country Fair kann wirklich so schnell nichts toppen! ;D
AntwortenLöschenMal ne andere Frage: beteiligst du dich eigentlich der Bundestagswahl? Fällt mir so zum Thema liberaler Quergeist ein.
AntwortenLöschenDeine jetzige Heimat scheint sich doch deutlich von deinen paar Tagen in Jersey zu unterscheiden. Die Unterschiede in den Staaten sind schon krass...
Naja, viel Spaß weiterhin und viel Erfolg beim Chor!